"Royal Banquet" – Ein Festmahl für die Völker

Kelsterbach, Juli 2009 – Dampfend fließt die Thaisuppe über die Garnelen.  Acht Personen stehen um den Topf, füllen Teller um Teller und servieren. Sie sind keine Kellner, sondern eigentlich sind sie Teilnehmer – an einem ganz besonderen Abend: dem „Royal Banquet“, das am 7. Juli 2009 in der Petrusgemeinde Kelsterbach stattfand. Ideengeber und Gastgeber dieser Veranstaltung war der Gemeindeberater und Evangelist Klaus Schönberg. Gemeinsam mit einigen Helfern servierte er den 40 Gästen einen genussreichen Abend.

Angefangen wurde mit einem Cocktail zum Kennen lernen, danach wurden die Gäste an nach verschiedenen Farben benannten Tische geführt. Jeder Tisch stand mit seiner Farbe für ein spezielles Element: Rot für das Feuer, Blau für das Wasser, Gelb für die Luft und Grün für die Erde. Ein fünfter Tisch stand für den Begriff Himmel. „Das Himmlische steht an diesem Abend für das Wort Gottes, aus dem alle anderen Elemente entstanden sind und das alles zugleich miteinander verbindet.“ so Schönberg in seiner Begrüßung. Das Motto des Abends erklärte er mit einem Bibelzitat: „Und der Herr Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern ein fettes Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist“ (Jes 25,6).

Und in der Tat hatten sich in Kelsterbach Gäste aus vielen Nationen, wie zum Beispiel  Kirgisien, Ecuador, Griechenland, Israel, der Türkei und Kenia eingefunden. Gemeinsam ließen sie sich auf das interaktive Programm ein und gestalteten erst einmal die jeweilige dem Element zugeordnete Tischdekoration. Anschließend übernahmen die Gäste des ersten Tisches die Bewirtung der anderen Gäste. Bei jedem der fünf Gänge übernahm eine andere Teilenehmergruppe diese Aufgabe. „So ist jeder an diesem Abend einmal der Diener der Anderen gewesen und erlebte jedoch auch, die Bewirtung und Versorgung durch andere.“ erklärte der Gastgeber diese Rollenverteilung. „Damit sind alle Teilnehmer vor- und untereinander gleichgestellt. Als Gast genießt man die würdevolle Vorzugsbehandlung. Während man in der anderen Rolle beim Bedienen sich ganz auf die Fürsorge für seine Mitmenschen einlässt.“



Die Idee zu dieser Begegnung der besonderen Art entstamme vielen Traditionen, so Schönberg weiter. In den verschiedenen Kulturen seien Bankette ein wichtiger Bestandteil um Gästen besondere Aufmerksamkeit und Ehre zuteil werden zu lassen. Staatsgäste, die von Königen oder Politikern empfangen werden, aber auch spezielle Rituale, wie z.B. das Fastenbrechen im Ramadan, wo Speisen an Bedürftige weitergegeben werden. Das Wichtigste hierbei sei die Würdigung des Gastes. Mit der Veranstaltung wagte Schönberg den Versuch, diese Art der Ehrung auf andere Bereiche erweitern. Durch die so geschaffene Begegnung auf gleicher Ebene könnten gesellschaftliche Barrieren durchbrochen werden,  und Menschen mit unterschiedlichem Status oder kulturellen Hintergründen träfen sich in gegenseitigem Respekt voreinander.

Angeregt unterhielten sich die Teilnehmer in Kelsterbach während des Essens und genossen die vielfältigen Gerichte wie Hühnchen in Erdnuss-Sauce an Zuckerschoten, gefolgt von einem exotischen Fruchtteller. Das Programm des Abends wurde ergänzt durch eine Einspielung der von Ben Becker als Hörbuch aufgezeichneten biblischen Schöpfungs-geschichte und einem Kurzkonzert des Kelsterbacher Musikers Roman Martin.



„So ein feines Buffet habe ich zum ersten Mal erlebt.“ beschreibt die Türkin Tuba aus Rüsselsheim den Abend.
„Ich habe es sehr genossen und komme gern wieder.“ Matthias aus Kriftel war sehr überrascht über den Verlauf des Abends. „Ich bin ganz spontan eingeladen worden – zu einem besonderen Abend und wusste nicht, was hier passiert. Mir gefällt vor allem das Konzept des gegenseitigen Bedienens: so trägen alle gemeinsam Verantwortung für den Abend, und nicht nur die Helfer im Hintergrund.“ Ulan, der aus Kirgisien stammt und zurzeit in Rüsselsheim studiert, fasst sein Erleben zusammen mit den Worten: „Man konnte einfach Mensch sein – Leute kennen lernen, ganz persönliche Geschichten hören. Die Offenheit und entspannte Atmosphäre haben mich sehr beeindruckt.“

Weitere Infos:
http://paraisoweb.org/projekte/national/63-frankfurt-royal-banquet